Wie wichtig ist frühstücken? Muss ich frühstücken wenn ich keinen Hunger habe?

„Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann“ -wer kennt das Sprichwort nicht?

Ehrlich gesagt musste ich diesen Spruch extra googlen, um ihn zusammen zu kriegen. Als Ernährungswissenschaftlerin müsste ich den doch im Schlaf aufsagen können, denkst Du Dir jetzt?  Es gibt mehrere Gründe, warum das nicht so ist. Der wichtigste: Der Spruch entspricht nicht meiner Überzeugung und ist auch wissenschaftlich so nicht klar zu belegen. Außerdem: Wer wacht jeden Tag mit einem Bärenhunger auf und hat morgens die Zeit, ein Festmahl zuzubereiten?
Die Studienlage zum Thema Frühstück und dem Auslassen von Mahlzeiten, dem sogenannten „meal-skipping“, ist nicht eindeutig. Lange Zeit ging man davon aus, dass das Auslassen des Frühstücks generell im Zusammenhang mit Heißhunger und Übergewicht steht. Mittlerweile gibt es aber auch genug Studien, die das Gegenteil präsentieren.

Vor Kurzem wurde ich auf dieses Thema angesprochen und eine junge Frau bat mich um Rat zu ihrer Frühstückssituation. Ihr Problem: Sie bekommt morgens „einfach nichts runter“. Sogar Müsli sei ihr zu trocken und sie mag morgens gar nicht richtig essen. Meine erste Frage darauf war dann: Hast du denn Hunger? Hast du das Gefühl, du brauchst etwas zu essen?
Denn tatsächlich kommt es vor, dass manche Leute morgens erstmal eine „Anlaufzeit“ brauchen (hiermit grüße ich herzlich meine Eltern – ich gehöre selbst definitiv dazu). Der Stoffwechsel läuft direkt nach dem Aufstehen oft noch nicht ganz  auf Hochtouren und muss noch in Gang kommen. Die Wissenschaft, die sich mit diesem Thema befasst heißt Chronobiologie. Sie untersucht die zeitliche Organisation von Lebewesen und den Einfluss von Rhythmen auf  den Organismus. Diese Wissenschaft hat aus zahlreichen Untersuchungen grundsätzlich 2 Chronotypen hervorgebracht: Die sogenannten Eulen und Lerchen. Oder auch Frühaufsteher und Langschläfer – wie auch immer man sie nennen mag. Die Personen, die morgens wenig bis keinen Appetit haben könnten wohl zu den Eulen gezählt werden, deren Stoffwechsel etwas später in Fahrt kommt. In der ayurvedischen Ernährungslehre wird dafür auch empfohlen, den Tag mit einem Glas warmen Wasser (mit oder ohne Zitrone) oder Tee zu starten. Dadurch wird der Wasserverlust der Nacht ausgeglichen und der Stoffwechsel in Schwung gebracht. Wer dann Appetit und/oder Hunger hat, sollte ein eiweißreiches und kohlenhydrathaltiges Frühstück zu sich nehmen. Das hält lange satt und bringt einen gut durch den Vormittag.
Wer jedoch absolut keinen Appetit und das Gefühl hat, er mag gar nichts essen – der soll auf seinen Körper hören.
Wichtig dabei ist:

  • Bereite dir Frühstück zum Mitnehmen vor. Das Essen sollte am besten griffbereit sein, wenn der Hunger kommt.
  • Nimm dir Zeit zum Essen, sobald du Hunger verspürst oder deine Konzentration nachlässt.
  • Besonders, wenn du morgens Hunger hast ist Meal-Skipping keine Methode zum Abnehmen. Starker Hunger sollte auf keinen Fall ignoriert werden!

Und wem die typischen Frühstücksrezepte nicht zusagen, der soll ruhig kreativ werden. Wer sagt denn, dass man morgens nur Brot, Obst oder Müsli essen darf? Es kann doch auch mal eine Suppe oder ein erfrischender Gurken- oder Tomatensalat sein! Das kann man auch gut am Vorabend vorbereiten und morgens aufwärmen oder gekühlt essen.
Besonders die asiatische Küche bietet viele Ideen für morgendliche Suppen an, dort ist das ein ganz normales Frühstück.

Zusammenfassend sei zum Thema Frühstück also gesagt: Regelmäßige Mahlzeiten sind wichtig, um den Körper mit ausreichend Energie zu versorgen und plötzlichen Heißhunger vermeiden. Wer morgens Hunger hat, sollte gesund frühstücken. Wer morgens keinen Hunger hat, der soll es bei einem Glas Wasser oder Tee belassen und sein Frühstück dann unbedingt vorbereiten und später essen.

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